Einstieg in Minimal Waste: Tipp Nr. 2 – Ideen für unterwegs

Einstieg in Minimal Waste: Tipp Nr. 2 – Ideen für unterwegs

Als ersten Tipp habe ich dir empfohlen, dich zuerst zu informieren. Das Wissen ist da, es befindet sich etwa einen Centimeter weit entfernt vor deiner Nase. Falls du den Tipp Nr. 1 verpasst hast, kannst du ihn hier nachlesen.

Heute möchte ich dir einen weiteren Tipp mit auf den Weg geben. Sprichwörtlich. Denn es wird nun praktisch und beim heutigen Tipp dreht sich alles um das unterwegs sein und wie du dabei Abfall reduzieren kannst. Wir befinden uns mit dem zweiten Tipp auch gleich im Bereich des zweiten Vorsatzes der 7 Vorsätze für weniger Abfall: Verwende Dinge wieder.

Tipp Nr. 2: Verwende unterwegs Dinge wieder

Coffee to go

Es ist erstaunlich, wie bequem wir geworden sind. Dabei machen wir es uns vor lauter Bequemlichkeit manchmal unbequem. Statt zuhause einen Kaffe mit seinen Lieblingszutaten zuzubereiten, hetzen wir aus der Wohnung und kaufen uns einen Kaffee unterwegs. Keine Zeit, man ist ja eh schon spät dran. Einmal einen Latte Macchiato bitte togo. 20 Minuten später landet dann der Kaffeebecher mit Plastikdeckel und Plastiklöffelchen wieder im Abfall. War lecker.

Vielleicht ist das etwas, was du lieber Leser längst nicht mehr so machst und stattdessen einen wiederverwendbaren Kaffeebecher benutzt. Ist doch grossartig oder? Schau mal, hier mein Kaffeebecher von Villroy und Boch, gekauft direkt vor Ort, zwei Kilometer von der Produktionsstätte entfernt. Aus reinem Porzellan:

Ja, er ist etwas schwerer und wenn ich ihn zu Boden fallen lasse, ist er kaputt. Aber zuhause benutzt du ja deswegen auch keine Tassen aus Plastik, oder? Es gibt viele Alternativen zum Wegwerf-Kaffeebecher. Hier rate ich dir zu einem mit möglichst wenig Plastik dran, einer der vielleicht auch etwas isoliert und aussen rum so geschützt ist, dass du dir deine Pfoten nicht verbrennst.

Von den Alternativen aus Bambus rate ich eher ab, die lassen sich schlecht waschen und enthalten zum Teil auch Verbundsstoffe, die deinen leckeren Kaffee oder Tee beeinträchtigen könnten. Ein Marmeladeglas könnte auch seinen Zweck erfüllen. Grundsätzlich empfehle ich dir einfach einen qualitativ hochwertigen Becher zuzulegen, der praktisch ist zum trinken, sich gut abwaschen lässt und der dir einfach Freude macht. Denn so kannst du dein Getränk noch mehr geniessen. Und das Beste daran: die meisten Kaffee-Bars geben dir sogar eine Reduktion auf den Preis, wenn du deinen eigenen Mug mitbringst!

Essen mitnehmen

Das wohl beste Mittagessen ist bei mir immer das, welches ich von zuhause selbst mitnehme. Meistens sind es bewusst einkalkulierte Essens-Resten vom Vortag. Das macht auch energiemässig Sinn, wenn beispielsweise gekocht wird. So kann ich mir am nächsten Tag nur noch die Mahlzeit im Geschäft in der Mikrowelle erwärmen und schon habe ich mein Mittagessen.

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Als Behälter kommt eine zweilagige runde Lunchbox aus Edelstahl zum Einsatz. Sie heisst Eco Brotbox Tiffin Double XL. Dieser wird nachhaltig von einem Berliner Unternehmen in China und Indien produziert. Diese tollen Behälter sind oft in Unverpackt-Läden oder auch im Deko-Bereich in Buchhandlungen erhältlich.

Wem der Behälter egal ist, der kann natürlich auch einfach ein Tupper-Ware-Behälter nehmen, den die meisten bereits zuhause rumliegen haben. Da sich nach meiner Erfahrung aber die Plastik-Boxen meistens von Saucen verfärbt haben und ich mir auch nicht sicher bin, ob sich Mikroplastik ins Essen freisetzen kann, habe ich hier auf schönes Edelstahl gesetzt, welches mir auch immer wieder Freude macht, abzufüllen und mitzunehmen.

Take-away

Nicht immer hat man etwas von zuhause dabei zum Essen. Und manchmal reicht die Zeit oder das Geld nicht für einen Besuch im Restaurant. Dann besucht man gerne ein Take-Away, holt sich beispielsweise ein Kebab oder was beim Thai. Wer hier keine Styropor-Boxen oder Alu-Folie nach dem Essen wegwerfen und damit im Geschäft den Müll verstopfen will, dem habe ich auch hier einfache Lösungen: ich habe im Geschäft immer ein leeres Take-Away Gefäss aus Bambus, mit welchem ich mir dann beispielsweise beim Thai mein Essen hole.

Diese Lunchbox von Swiss Advance ist zu 100 % aus natürlichen Materialien hergestellt. Natürlich könnte man auch hier wieder ein Tupper-Ware nehmen. Doch das Auge isst mit und einige Take-Aways waren schon begeistert von meinem Bambus-Geschirr:

Eine weitere Alternative ist zum Beispiel das Mehrwegsystem ReCircle, bei welchem bereits über 500 Take-Aways mitmachen. Hier, wie sie sich selbst bezeichnen:

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ReCircle

Ein Mehrwegsystem von Genf bis St. Gallen, von Basel bis Bellinzona – Ein kulturübergreifendes System für Restaurants, Trattorias oder Brasseries mit Unterwegsverpflegung. Für mehr Essgenuss. Für weniger Ressourcenverschwendung und Littering.

Take-away Essen wie ein Kebab oder Ähnliches kann man sich in ein kleines Stofftuch oder eine Stoffserviette geben lassen. Braucht etwas Mut, ich wurde aber nie komisch angemacht und es gab höchstens positive Bemerkungen.

Das Besteck

Nun fehlt nur noch das Besteck. Hier ist kaum Einfallsreichtum gefragt. Ich habe in meiner Anfangseuphorie extra leichtes Besteck aus einem Verbundsmaterial mit rezykliertem Plastik gekauft. Leider nicht die beste Idee, da ein solches Material danach nicht mehr wirklich rezyklierbar ist. Einfacher ist es, wenn man entweder im Gebrauchtwarenladen / Broki sich ein schönes Besteck-Set für Unterwegs zusammenstellt oder einfach von zuhause mitnimmt. Wichtig: dieses Besteck hast du immer in deinem Rucksack oder Tasche und deswegen immer dabei. Wer Gewicht sparen möchte, der kann sich einfach Essstäbchen zulegen.

Fazit

Wie bei vielen Dingen die zu weniger Abfall führen, gilt auch unterwegs die Regel, dass man sich vorbereiten muss. Wenn du aber etwas vorausplanst und immer das Nötigste im Rucksack und im Geschäft hast, kannst du schon sehr viel Abfall reduzieren. Und du wirst dabei merken, dass es anfangs etwas Überwindung braucht. Aber du wirst auch immer mehr bemerken, dass deine Angst unberechtigt war und du viele positive Bemerkungen höre wirst. Und so ganz nebenbei, während du ein wenig hilfst die Welt zu retten, bekommst du immer mehr ein verdammt gutes Gefühl. Das Gefühl, dass du eben doch selbst etwas bewirken kannst. Und dabei vielleicht auch andere inspirierst, es dir gleich zu tun.

Worauf wartest du? Schreib dir doch gleich jetzt auf, welchen Schritt du als Nächstes angehen willst. Und hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar, wenn du schon etwas von den genannten Punkten umgesetzt hast oder wenn du noch andere Ideen hast. Ich bin gespannt!


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Im Interview mit Boris Baldinger

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