Die 7 Vorsätze für weniger Abfall

Die 7 Vorsätze für weniger Abfall

Diese Übersicht kannst du dir als Lesezeichen speichern. Ich werde die Liste jeweils laufend ergänzen und mit den dazugehörigen Notizen verlinken, so dass diese Liste eine Art Inhaltsverzeichnis für alle wichtigen Möglichkeiten darstellt, welche dir offen stehen um Abfall zu reduzieren:

  1. Überdenke dein Handeln

  2. Verwende Dinge wieder

  3. Repariere Dinge

  4. Lehne Unnötiges ab

  5. Reduziere Überflüssiges

  6. Recycle Abfall

  7. Kompostiere Abfall

Das ist die Roadmap für den Weg zu weniger Müll. In jedem der 7 Vorsätzen stecken sehr viele Möglichkeiten, die du einfach in deinen Alltag einbauen kannst. Ich werde mein Notizbuch hier stück für Stück zu diesen und weiteren Möglichkeiten füllen. Die Vorsätze entsprechen auch gleich Kategorien in meinem Blog und ich werde diese in der Liste oben verlinken, sobald eine Kategorie einen oder mehrere Beiträge enthält.

 
Heute gehört Bassermann zur H.J. Heinz GmbH (Heinz -Ketchup)

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1. Überdenke dein Handeln

Wir Menschen sind immer bequemer geworden. Bequemlichkeit liegt in unserer Natur, Unbequemes kostet Energie und unser Gehirn schaut gerne dass unser Körper nicht mehr Energie verbraucht als er aufnimmt. Wenn eine Bequemlichkeit in Aussicht ist, wird unser Gehirn schon mal scharf darauf.

Das hat war natürlich bereits zu Beginn der Industrialisierung kein Geheimnis und wurde auch noch viel unverblümter als heute beworben (siehe Webung aus den 60er links/oben).

Immer mehr wurde mit Bequemlichkeit gelockt. Nebst Fertiggerichten erfand die Industrie Geräte, Möbel, Küchenzubehör, Spielsachen und vieles Mehr, welche alle unser Leben bequemer machten. Die Grenze von praktischen Erfindungen, die unser Leben nicht nur besser und leichter, sondern auch effizienter und umweltverträglicher machten hin zu den Produkten, die sich be genauem Hinschauen als ungesund, schädlich und schlecht für die Umwelt entpuppen, ist fliessend.

Beim Reduzieren von Abfall sollte man sein Handeln überdenken: brauche ich dieses Produkt oder diese Dienstleistung wirklich? Macht sich mich glücklicher oder mein Leben besser? Wird mein ökologischer Fussabrduck damit kleiner, grösser oder bleibt er gleich?

Empfohlene Notizen dazu

2. Verwende Dinge wieder

Früher war nicht alles besser bei deiner Grossmutter. Aber dass wir heute zu einer Wegwerfgesellschaft geworden sind ist sicher keine lobenswerte Entwicklung. Im Gegenteil: sie gefährdet unseren Planeten sehr stark. Wir kaufen am Bahnhof einen Kaffee und werfen 10 Minuten später den Becher wieder in den Müll. Beim Einkaufen betreten wir den Laden mit leeren Händen und verlassen ihn mit vollen Taschen. Die Tragetaschen landen dann im Müll. Und so weiter. Du kennst das bestimmt.

Dabei ist es so einfach: vermeide es Dinge zu kaufen, die nicht wiederverwendet werden können. Begonnen in der Küche unterwegs, beim Einkaufen, bei der Arbeit und auf Reisen. Und ja, es gibt Ausnahmen, die aus hygienischen Gründen nicht wiederverwendet werden sollten. Aber auch hier gäbe es Alternativen. Da sind wir dann aber schon beim hardcore ZeroWaster angelangt. Und darum geht’s ja nicht in meinem Projekt hier.

Empfohlenen Notizen dazu

3. Repariere Dinge

Es kommt mir jetzt vor, als ob ich hier ein Loblied auf die Vergangenheit anstimme. Aber früher reparierte man alles, wenn möglich. Es ging bei einer Reparatur in erster Linie darum, dass ein Gerät, Kleidungsstück, Maschine oder Möbel in erster Linie mal Geld gekostet und damit einen Wert hatte. Damals wurde bei der Herstellung sogar darauf geachtet, dass etwas wieder ohne viel Aufwand repariert werden konnte.

Heute steckt gerade in vielen Geräten eine sogenannte «Geplante Obsoleszenz»: ein Drucker wird so hergestellt, dass e just 3 Monate nach Garantie-Ablauf den Geist aufgibt. Eine Reparatur würde mehr kosten als einen neuen Drucker kaufen. Und genau das will der Hersteller. Denn längst ist jeder Haushalt mit allem ausgerüstet, was man braucht (und auch mit vielen Dingen, die man nicht braucht). Würde die Waschmaschine wie früher 20 Jahre lang die Wäsche ohne grosse Probleme waschen, würde man zuwenig Waschmaschinen verkaufen.

Für viele Reparaturen gibt es heute einen Fachmann (oder Fachfrau). Doch es gibt auch ganz viele Reparaturen, die du selbst duchführen kannst. Und wenn es dir nicht gelingt oder du nicht mehr weiter weisst, gibt es auch immer mehr Repair-Cafes bei denen du dein Problem-Kandidat vorbeibringen und ihn gemeinsam mit geübten Bastlern und Fachpersonal reparieren kannst. Wenn es dann nicht funktioniert, hast du es zumindest versucht.

4. Lehne Unnötiges ab

Der Kugelschreiber als Werbegeschenk, der Werbe-Flyer am Bahnhof, Webung im Briefkasten, Newsletter per E-Mail, die reduzierten Kleider im Schaufenster oder auch die Bonuspunkte-Programme vom Supermarkt haben eines gemeinsam: sie sind meistens unnötig. Das heisst, du kommst ohne sie sehr gut zu recht. Vermutlich sogar besser als mit all diesen Dingen. Denn sie füllen dir nicht nur die Schublanden, deinen Rucksack, deine Inbox oder deinen Briefkasten. Sondern zwingen dich auch immer und immer wieder, dass du dir diese Dinge ansiehst und dich um sie kümmerst.

Doch sie geben dir und er Umwelt meistens keinen Mehrwert (Ausnahmen bestätigen die Regel). Darum ist dieser Punkt ein sehr cooler Punkt: du musst einfach lernen, Unnötiges abzulehnen. Und aktiv werden, dass deine Inbox und dein Briefkasten leer von Werbung bleibt. Denn so wirst du auch bald merken, dass diese Shopping-Tours gar nicht mehr so toll sind. Denn meistens kauft man sich im Shopping-Fieber Dinge, die man gar nicht nötig hat. Zu Lasten von deinem Konto. Und zu Lasten der Umwelt.

5. Reduziere Überflüssiges

Sind wir ehrlich: jeder hat schon Mal einen Fehlkauf gemacht. Sei es bei Kleidern, Geräten oder auch bei Esswaren. Und irgendwie sammelns ich auch andere Dinge an. Wieviel Handys hast du zuhause irgendwo rumliegen? Alle diese Dinge wirde einmal produziert, beworben, verpackt und wahrscheinlich weit transportiert. Das hat alles bereits Ressourcen gekostet. Das kannst du nicht mehr ändern.

Was du aber tun kannst, ist diese Dinge wieder in den Umlauf bringen. Vermutlich nicht unbedingt deine abgelaufenen Esswaren. Aber die Kleider, Geräte und andere Dinge kannst du zusammen mit deinem schlechten Gewissen wieder loswerden.

Nicht einfach in den Müll werfen, logisch. Sondern an Kleidertauschbörsen, Flohmärkten, Brokenstüben, Facebook Marketplace, Online-Inserate und anderen Orten deine Ware wieder loswerden, Gutes tun oder sogar noch Geld damit machen.

 

6. Recycle Abfall

Wir Schweizer sind recht gut im Recyceln. Glas, Alu, PET recyklieren wir meisterhaft. Beim Plastik sind wir eher schlecht. Wir produzieren nicht nur dreimal mehr Plastikmüll als andere EU-Länder im Schnitt. Sondern rezyklieren davon auch nur etwa 25%. Meistens wird Plastik downgecycelt, da die unterschiedlichen Plastik-Sorten schwer trennbar und schlecht wiederverwendbar sind.

Es gibt jedoch ganz viele Möglichkeiten wie wir unseren Müllsack von rezyklierbaren Abfall befreien können. Zuhause richtet man separate Sammelbehälter ein und trennt fortlaufend den Abfall auf. Leider ist Recycling nicht eine allzu beruhigende Lösung, wie oft gedacht wird. Recycling lässt Abfall lediglich etwas länger leben und bringt einen Teil des Abfall zurück damit er wiederverwentdet werden kann. Oder halt eben downgecycelt.

 

7. Kompostiere Abfall

Nicht jeder hat die Möglichkeit im Garten einen Kompost aufzustellen oder einen Gemeinschafts-Kompost zu nutzen. Auch ist eine Grünabfuhr nicht an jedem Wohnsitz in der Schweiz verfügbar. Zudem wird ein Kompost of als etwas Ekliges und Stinkiges empfunden. Was eigentlich gar nicht stimmt. Zumindest dann nicht, wenn man sich etwas Basiswissen angeeignet hat und nicht einfach seine ganzen Essens-Abfälle auf den Kompost schmeisst.

Es gibt den Kompost-Haufen, der ab und zu umgesetzt werden muss. Und dann gibt es die Turbo-varianten als Schnellkomposter und Thermo-Komposter. Diese speichern die Wärme und somit zersetzt sich der Inhalt schneller zu wertvoller Kompost-Erde, die man anschliessen wieder im Garten zum Ansetzen verwenden kann. Seinen eigenen «Müll» im eigenen Garten zu entsorgen und erst noch Gewinn daraus zu ziehen, hat einen ganz eigenen Reiz.

 

Diese Vorsätze wirken vielleicht jetzt auf dich etwas erschlagend. Aber es gibt überall auch ganz einfache Ansätze, die du ganz einfach in deinen Alltag einbauen kannst. Schön bist du bereits bis hier gekommen, würde mich freuen wenn du mich auch weiter auf meiner Reise zu weniger Abfall begleiten würdest.


Da ich dieses Projekt in meiner Freizeit betreibe und auch immer wieder Aulagen habe, freue ich mich über jeden, der mich via Patreon auch mit einem nur kleinen Beitrag monatlich unterstützt und mein persönlicher Minimal Waste Hero wird:

Ich freue mich, willst du etwas tun oder interessierst dich zumindest mal für das Thema Abfall reduzieren. Natürlich freue ich mich über jeden Kommentar hier auf dem Blog, auf Twitter, Facebook, Instagram oder Kontaktformular. Vielleicht erreichen wir hier zusammen etwas. Denn eines ist klar: wenn es nicht schon zu spät ist, ist es auf jeden Fall fünf vor Zwölf, dass wir nicht darauf warten, dass irgendwer etwas macht, sondern dass jeder von uns etwas tut. Und glaube mir: es wird auch dir selbst guttun, das was ich dir an Tipps weitergeben kann. Nicht nur der Umwelt.

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Zero Waste muss Spass machen – Im Podcast-Gespräch mit Shibby

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